Schreiben und Schreibstil

Anfang 2021 zeigte 3sat noch einmal die mit Rowan Atkinson gedrehten Maigret Verfilmungen. Der aus Lüttich stammende Simenon pflegte einen sehr eigenen Schreibstil, den Wikipedia so beschreibt:

Auf den Ratschlag Colettes aus dem Jahr 1923 hin pflegte Simenon einen ausgesprochen einfachen und nüchternen Stil. Den Wortschatz beschränkte er nach eigenen Angaben auf 2000 Wörter. Eine Studie der Maigret-Romane ermittelte ein Vokabular zwischen 895 und 2300 Wörtern, das zu 80 % aus dem Grundwortschatz stammt und weniger als 2 % seltene Wörter enthält. Zur Begründung verwies Simenon auf eine Statistik, nach der über die Hälfte der Franzosen einen Wortschatz von weniger als 600 Wörtern besäßen. Er vermied jegliche „literarische“ Sprache, alle „mots d’auteur“ (Autorenworte) und entwickelte eine Theorie der „mots matière“, jener Wörter, „die das Gewicht der Materie haben, Wörter mit drei Dimensionen wie ein Tisch, ein Haus, ein Glas Wasser“. Den Regen umschrieb Simenon beispielsweise nie als „Wassertropfen […], die sich in Perlen verwandeln oder ähnliches Zeugs. Ich will jeden Anschein von Literatur vermeiden. Ich habe einen Horror vor Literatur! In meinen Augen ist Literatur mit großem ‚L‘ Unsinn!“

Hier gibt es eine frei verfügbare Leseprobe.

Editionswissenschaften

Über die Wissenschaft den Weg zu einem Text zu dokumentieren. http://www.edkomp.uni-muenchen.de/CD1/frame_edkomp_DG.html

Nicht mehr der "texte" (Text) als lineare Sinneinheit, sondern der sogenannte "avant-texte" (vgl. Bellemin-Noel 1972) als Spur einer körperlichen Bewegung in Raum und Zeit wird hier zum Gegenstand einer häufig semiologisch fundierten Handschriftenlektüre.
Quelle: ebd. [10.03.2002]

Weitere Texte der Uni München
http://www.edkomp.uni-muenchen.de/CD1/frame_autoren.html

Öffentliches Schreiben - Öffentliches Editieren

Wenn der Weg zum Text genau so wichtig ist, wie der fertige Text, sollte dann nicht alle Textentwicklung öffentlich stattfinden? Aber wie kann ein öffentlicher, transparenter Autor noch ungestört denken?

Natur- und Kunstwerke lernt man nicht kennen wenn sie fertig sind; man muss sie im Entstehen aufhaschen, um sie einigermaßen zu begreifen Quelle: Goethes Äußerung im Brief an Zelter vom 4. August 1803 ebd.

Wie können Änderungen am Text sichtbar gemacht werden, ohne den Leser zu sehr zu stören. Welche technischen Mittel stehen dabei zur Verfügung? Hilfe könnte dabei dieser Artikel im HTML-Doctor geben. Das Einfügen von ins und del Elementen in den Text ergibt für mich Sinn, sogar mit einem Datum fände ich das sehr sehr gut, aber eigentlich ist das nur mit Markdown noch schreib und verarbeitbar. Ohne Oder mir gelingt es den TinyMCERTE von MODX so aufzubohren, dass er Einfügungen mit Dataattributen erlaubt und dies - beim Datum zum Beispiel auch sichtbar macht.

Obwohl sehr naheliegend kommen Grün und Blau für Änderungen am Text nicht in Frage, da gegen spricht die bei vielen Menschen auftretende Rot- und Grünblindheit. Purpur und Grün bereiten die selben Probleme. Rot für entfernte Texte finde ich gut, eine Farbe für neu eingefügte Texte suche ich noch. Vielleicht mal mit einer Texterin sprechen, ich weiß schon welcher. Eine andere Lösung für das Problem mit Rot- und Grünblindheit wäre auch hierfür einen Button anzubieten. Von Rot und Grün scheine ich nicht lassen zu können.

Persönlich fände ich es gut, wenn man den Text ohne eine Ansicht der Änderungen lesen könnte. Das heißt, es müsste möglich sein, verschiedene Stadien der Bearbeitung sichtbar machen zu können. Eine Möglichkeit wäre, die verschiedenen Änderungen nach dem Editionsdatum filtern zu können. Zum Beispiel als Checkboxen mit Button. Das würde Javascript bedeuten, aber in diesem Falle würde es tatsächlich Sinn ergeben. Dazu müsste das menschenlesbare Editierungsdatum in ein maschinenlesbares Datum zurückumgewandelt werden, damit könnte dann via Script ein Abgleich der Editionsdatumangaben stattfinden. "Zeige die Änderungen bis zum 30.04.2021 an". Dem del und dem ins Element könnte ich ein datetime Attribut mit dem Wert 2012-09-13 hinzfügen. Das fände ich persönlich sehr praktikabel. Von Javascript verstehe ich nichts. Kann das DOM-Modell Tags mit verschiedenen timestamps finden und ein- und ausblenden?

Da das del und das ins Element auch Blocklevel Charakter haben können, sind schöne Spielereien mit Randmarkierungen etc möglich.

Artikel zu ins und del beim HTMLDoctor http://html5doctor.com/ins-del-s/

Jetzt geht es noch weiter: Ich kann mit dem cite Attribut Werke verlinken, da sich das cite-Attribut wie in dem Zitat unten vermerkt auf Werke, Bilder etc bezieht. Also kann ich mit datetime das Datum meiner Änderung und mit cite den Grund dafür kenntlich machen. https://usefulangle.com/post/266/html-ins-del-tag

Artikel zum cite-Attribut http://html5doctor.com/blockquote-q-cite/#cite

Dazu ein wichtiges Zitat aus dem Text

The cite element represents the title of a work (e.g. a book, a paper, an essay, a poem, a score, a song, a script, a film, a TV show, a game, a sculpture, a painting, a theatre production, a play, an opera, a musical, an exhibition, a legal case report, etc). This can be a work that is being quoted or referenced in detail (i.e. a citation), or it can just be a work that is mentioned in passing. A person's name is not the title of a work — even if people call that person a piece of work — and the element must therefore not be used to mark up people's names

Quellen